Das Wichtigste in Kürze
Ausgangslage
Die Digitalisierung von Industrieanlagen, Logistikzentren und Immobilienkomplexen stellt moderne Unternehmen vor eine zentrale Herausforderung: Tausende Sensoren müssen verlässlich, kostengünstig und energieeffizient Daten übermitteln. In dicken Stahlbetongebauten, unterirdischen Versorgungstunnels oder auf weitläufigen Werksgeländen versagen klassische Funkstandards wie WLAN oder ZigBee oft aufgrund ihrer begrenzten Reichweite.
Hier kommen Low-Power Wide-Area Networks (LPWAN) ins Spiel. Über Jahre hinweg war LoRaWAN der unangefochtene Platzhirsch im lizenzfreien Sub-GHz-Spektrum (868 MHz in Europa). Mit dem standardisierten ETSI-Verfahren mioty etabliert sich jedoch eine neue LPWAN-Technologie der nächsten Generation, die gezielt für extrem hohe Sensordichten und störungsintensive Industrieumgebungen entwickelt wurde.
Technologie-Vergleich
Auf den ersten Blick ähneln sich beide Systeme: Beide nutzen lizenzfreie Frequenzbänder, senden mit niedriger Energie und sichern hohe Reichweiten. Der Unterschied liegt tief in der mathematischen Übertragungsmethodik verankert:
Setzt auf Chirp Spread Spectrum (CSS). Einzelne Pakete werden am Stück gesendet. Bei Überlagerung droht Datenverlust.
Zerstückelt Nachrichten in viele kleine Teilpakete über Zeit und Frequenz. Höchste Störfestigkeit. Mehr dazu in der Übersicht zur mioty-Technologie.
Beide Systeme durchdringen Betondecken, doch mioty erreicht durch mathematische Fehlerkorrektur selbst tiefe Kellerräume noch zuverlässiger.
mioty minimiert Paketkollisionen selbst bei extremer Sensordichte im Submetering oder Smart Building Bereich.
Detailanalyse
Im Industrial Internet of Things (IIoT) teilen sich zahlreiche Geräte das lizenzfreie ISM-Frequenzband. Wenn hunderte Sensoren gleichzeitig senden, kommt es bei herkömmlichen Systemen wie LoRaWAN zu sogenannten Überlagerungen (Kollisionen): Nachrichten gehen verloren und müssen erneut gesendet werden, was die Batterielaufzeit belastet. mioty nutzt das vom Fraunhofer-Institut entwickelte Telegram Splitting Multiple Access (TSMA) Verfahren (standardisiert nach ETSI TS 103 357). Eine Nachricht wird in zahlreiche Fragmente aufgeteilt und auf unterschiedlichen Unterfrequenzen und Zeiten versendet. Selbst wenn 50 Prozent der Teilpakete gestört werden, setzt der Empfänger die Originalnachricht fehlerfrei zusammen.
Wer in großen Quartieren oder Industrieparks tausende Heizkostenverteiler, Wasserzähler oder Raumluftsensoren betreibt, stößt mit LoRaWAN bei steigender Knotenanzahl an Kapazitätsgrenzen. mioty hingegen verarbeitet bis zu einer Million Nachrichten pro Tag über ein einziges Gateway, ohne dass Kollisionsraten steigen. Ausführliche Praxisszenarien dazu finden Sie auch in unserem Beitrag LoRaWAN und mioty im direkten Vergleich.
Für Industrieanwender endet das IoT-Projekt nicht beim Funkstandard, sondern bei der Datenverarbeitung. Moderne Zählinfrastrukturen verlangen nach einer nahtlosen Weiterverarbeitung. Über die LUPUS Smart Metering Cloud werden die erfassten Sensordaten herstellerübergreifend aufbereitet, visualisiert und via API direkt an ERP- oder Abrechnungssysteme übergeben.
| Kriterium | LoRaWAN | mioty |
|---|---|---|
| Übertragungsstandard | Chirp Spread Spectrum (CSS) | Telegram Splitting (ETSI TS 103 357) |
| Störfestigkeit im ISM-Band | Mittel (anfällig bei hoher Bandbelegung) | Extrem hoch (durch Teilpaketredundanz) |
| Maximal unterstützte Sensordichte | Mittel bis Hoch | Sehr hoch (>1 Mio. Messages/Tag je Base Station) |
| Energieeffizienz & Batterie | Sehr gut (bis zu 15 Jahre) | Hervorragend (bis zu 20 Jahre durch kurze Sendezeiten) |
| Ökosystem & Verbreitung | Etabliert mit großer Herstellerauswahl | Schnell wachsender Zukunftsstandard (Fraunhofer / Mioty Alliance) |

Experten-Tipp
Setzen Sie bei Industrie-Rollouts nicht auf isolierte Einzellösungen. Mit hybriden Gateways und flexiblen Cloud-Plattformen können Sie bestehende Zählerinfrastrukturen weiterbetreiben und neue Arealnetze Schritt für Schritt auf mioty umstellen, ohne Datenströme zu unterbrechen.
Philip Wolff · Geschäftsführer, LUPUS-Electronics
Umsetzung
Bewerten Sie die baulichen Gegebenheiten, Dämpfungsfaktoren durch Stahlbeton sowie die benötigte Sensordichte vor Ort.
Setzen Sie auf mioty-fähige Basisstationen, um auch entlegene Messpunkte und Kellerräume lückenlos abzudecken.
Koppeln Sie Submetering-Zähler, Umgebungssensoren oder Statusmelder über das mioty-Funknetzwerk an.
Verknüpfen Sie Ihre Gateways mit der Cloud-Plattform, um automatisierte Auswertungen, Exporte und Analysen zu fahren.