Eine Alarmanlage ist nur so gut wie ihr Alarmweg. Meldet ein Tür- oder Fensterkontakt einen Einbruchsversuch, muss diese Information zuverlässig zu Ihnen, zu einem Nachbarn oder zu einer Wachleitstelle gelangen. Gängige Kommunikationswege sind LAN, WLAN und Mobilfunk – idealerweise in Kombination.
Reine LAN- oder WLAN-Lösungen haben zwei Schwachstellen: Sie setzen voraus, dass Router und Internet-Uplink funktionieren, und sie sind angreifbar, wenn ein Täter gezielt die Stromzufuhr oder den Internetzugang unterbricht. Eine integrierte Mobilfunkeinheit in der Alarmzentrale erkennt den Wegfall der primären Verbindung und setzt den Alarm über das Mobilfunknetz ab. Das ist redundante Sicherheit im klassischen Sinn: eine funktionale Reserve, die greift, wenn die Hauptleitung stillsteht.
Die SIM-Karte in einer Alarmzentrale hat eine klar umrissene Aufgabe: Sie transportiert Alarm- und Statusmeldungen. Die Zentrale nutzt sie, um
Es handelt sich um kleine Datenpakete und Textmeldungen – keine Videoübertragung.
LUPUS Electronics entwickelt Alarmzentralen, die hybride Kommunikation fest integrieren. Zwei Zentralen mit Mobilfunk-Alarmweg stehen im aktuellen Katalog:
| Zentrale | Zielgruppe | Mobilfunk-Alarmweg | Sensoren |
|---|---|---|---|
| XT2 Plus | Haus und kleineres Gewerbe | 4G/GPRS-Redundanzmodul | bis 240 in 2 Bereichen |
| XT4 | Villa, Firmengebäude, EN 50131-1 Grad 2 | LTE-Redundanzmodul | bis 480 in 2 Bereichen |
Im Normalbetrieb nutzt die Zentrale LAN/WLAN, das Datenvolumen der SIM bleibt also geschont. Erst wenn die Primärverbindung ausfällt, übernimmt der Mobilfunkweg. Die Daten bleiben dabei lokal: Die Kommunikation erfolgt zwischen Zentrale und Endgerät bzw. Leitstelle, nicht über eine globale Cloud. Eine 256-bit-TLS-1.2-Verschlüsselung schützt jede Verbindung.
M2M-Karten (Machine-to-Machine) sind für den Dauerbetrieb von Geräten konzipiert. Sie sind günstig im reinen Datenbetrieb, buchen sich je nach Vertrag ins stärkste verfügbare Netz ein und werden nicht wegen Inaktivität deaktiviert. Für Alarmanlagen ist das die zuverlässigste Wahl.
Ein einfacher Vertragstarif mit geringer Grundgebühr funktioniert ebenfalls. Vorteil: niedrige Gebühr, Vermeidung der Deaktivierung. Nachteil: Smartphone-Tarife sind meist überdimensioniert, da eine Alarmzentrale typischerweise nur wenige Megabyte pro Monat benötigt.
Prepaid-Karten klingen günstig, bergen aber zwei Risiken: Das Guthaben kann unbemerkt aufgebraucht sein, und viele Provider deaktivieren Karten nach längerer Inaktivität. Beides führt im Ernstfall dazu, dass die Alarmmeldung nicht abgesetzt wird.
Für den reinen Alarm-Funkweg reichen wenige Megabyte pro Monat. Heartbeat-Signale, SMS und Statusmeldungen verbrauchen kaum Daten. Wer die Zentrale per Mobilfunk auch remote erreichen möchte (App-Steuerung bei Internetausfall), sollte bei der Tarifwahl trotzdem 100 bis 500 MB einplanen. Für eine separate Mobilfunk-Kamera gelten ganz andere Volumen-Anforderungen – siehe dazu den eigenständigen Ratgeber zur Überwachungskamera ohne WLAN.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass die SIM-Karte in der Zentrale bei Internetausfall plötzlich Kamera-Livestreams ausliefert. Das ist technisch nicht der Fall – und konzeptionell auch nicht sinnvoll, weil Videobandbreite und Alarmdatenverkehr unterschiedliche Anforderungen haben.
In einem LUPUS-System arbeitet die Alarmzentrale mit den IP-Kameras Hand in Hand, aber über getrennte Wege:
Wer für einen Standort ohne WLAN eine Kamera mit Mobilfunk sucht, bewegt sich in einer anderen Produktklasse. Das ist kein Ersatz für den SIM-Alarmweg in der Zentrale und umgekehrt auch kein Nachteil der XT-Serie – beide Lösungen adressieren unterschiedliche Szenarien.
Legen Sie die SIM-Karte zunächst in ein herkömmliches Mobiltelefon ein und deaktivieren Sie die PIN-Abfrage. Alarmzentralen können die PIN in der Regel nicht selbstständig eingeben. Ein kurzer Test mit SMS-Empfang und Datenverbindung am Handy schadet nicht.
Trennen Sie die Zentrale vor dem Einsetzen der SIM komplett vom Strom – Netzteil ziehen und Notstrom-Akku am Schalter deaktivieren. Legen Sie die SIM im vorgesehenen Slot ein (Format laut Handbuch beachten) und fahren Sie die Zentrale anschließend wieder hoch.
Melden Sie sich in der Benutzeroberfläche der Zentrale an und öffnen Sie die Rubrik für GSM/Mobilfunk. Pflegen Sie APN, gegebenenfalls SIM-spezifische Zugangsdaten und die Zielnummern bzw. E-Mail-Adressen für Alarmmeldungen. Bei aufgeschaltetem Betrieb (Leitstelle) hinterlegen Sie dort zusätzlich die Contact-ID-Parameter.
Ziehen Sie testweise das Netzwerkkabel und lösen Sie einen Alarm bzw. einen Testalarm aus. Prüfen Sie, ob Sie die erwartete SMS, den Anruf oder die Push-Benachrichtigung erhalten. Wiederholen Sie den Test nach jeder Konfigurationsänderung.
Nein. Die SIM-Karte in einer Alarmzentrale überträgt Alarm- und Statusmeldungen, keine Live-Videobilder. Wer bei Internetausfall Bildmaterial sehen möchte, benötigt eine Kamera mit eigener Mobilfunkverbindung. Das ist ein eigener Produktbereich mit anderen Anforderungen an Tarif und Bandbreite.
Ja, wenn die Zentrale einen Notstrom-Akku hat. LUPUS-Zentralen halten den Betrieb mehrere Stunden aufrecht. In Kombination mit dem Mobilfunk-Alarmweg bleibt die Alarmierung auch dann bestehen, wenn Router und Internet ausgefallen sind.
Empfehlenswert sind M2M-SIM-Karten oder günstige Laufzeitverträge. Prepaid eignet sich nicht, weil die Karte bei Guthaben-Null oder längerer Inaktivität deaktiviert werden kann – im Ernstfall geht dann keine Meldung ab. Das Netz selbst (Telekom, Vodafone, O2) hängt von der Abdeckung am Montageort ab.
Die XT2 Plus bietet ein 4G/GPRS-Redundanzmodul, die XT4 ein LTE-Redundanzmodul. Beide lösen Alarme auch dann aus, wenn LAN oder WLAN nicht verfügbar sind. Die XT1 Plus arbeitet ohne integriertes Mobilfunkmodul und ist für kleinere Objekte mit stabilem Internetanschluss konzipiert.
Sie erhalten den Anruf, die SMS oder die Push-Nachricht. Über die LUPUS-App oder per SMS-Befehl können Sie den Alarm aus der Ferne quittieren. Bewegungsmelder mit Bildfunktion oder angebundene Kameras helfen, die Lage visuell zu prüfen, bevor Sie weitere Schritte einleiten.
LUPUS-Zentralen mit Mobilfunk-Alarmweg reagieren auf vordefinierte SMS-Befehle, zum Beispiel zur Scharf- oder Unscharfschaltung. Das ist eine nützliche Rückfallebene, wenn die App einmal nicht erreichbar ist – zum Beispiel, wenn Sie selbst gerade ohne Datennetz unterwegs sind.
Die SIM-Karte in der Alarmzentrale ist der zweite Alarmweg, nicht mehr und nicht weniger. Sie sorgt dafür, dass Alarme zuverlässig herauskommen, auch wenn Internet oder Strom der Primärverbindung ausfallen. Wer ein zweites Augenpaar am Objekt möchte, ergänzt separat eine Kamera – je nach Standort per WLAN, PoE oder mit eigener Mobilfunkverbindung. Beide Ebenen zusammen ergeben ein Sicherheitssystem, das nicht an einem einzelnen Kabel hängt.
Ein Blick in den Ratgeber zur Alarmanlage ohne Internet oder zur Alarmanlage bei Stromausfall vertieft verwandte Szenarien.