Dieser Artikel richtet sich an gewerbliche Anwender (Baustellenbetreiber, Landwirte mit großen Flächen, Industriebetriebe) und anspruchsvolle Privatnutzer, die Wert auf professionelle Sicherheitstechnik, Datenschutz und langfristige Zuverlässigkeit legen.
Wichtig zu wissen: Die hier vorgestellten Lösungen erfordern einen dauerhaften Stromanschluss und liegen preislich im professionellen Segment. Wenn Sie eine einfache Plug & Play-Lösung für unter 300 Euro suchen, sind Consumer-Kameras mit Akku und SIM-Kartenslot möglicherweise besser geeignet – allerdings mit Kompromissen bei Datenschutz, Zuverlässigkeit und Bildqualität.
Ob der abgelegene Pferdestall, das Ferienhaus im Wald, die Baustelle ohne verlegtes Festnetz oder große Lagerflächen im Außenbereich: Es gibt viele Orte, die geschützt werden müssen, aber nicht über die klassische Infrastruktur verfügen. Eigentümer stehen dabei oft vor einer Herausforderung: Wie bekomme ich ein Live-Bild auf mein Smartphone, wenn kein WLAN-Router in Reichweite ist?
Die gute Nachricht ist: Die Technik hat sich massiv weiterentwickelt. War früher eine teure Funkstrecke oder Satellitenanbindung nötig, lässt sich heute über das Mobilfunknetz eine Hochgeschwindigkeits-Live-Übertragung realisieren, die in Qualität und Zuverlässigkeit einem Festnetzanschluss kaum nachsteht. Wer eine Überwachungskamera mit Live-Übertragung auf das Handy ohne WLAN sucht, steht im Wesentlichen vor der Wahl zwischen zwei technischen Herangehensweisen: Der All-in-One-Lösung für Industrieanwendungen und der flexiblen Router-Lösung für anspruchsvolle Projekte. Wir beleuchten beide Wege, damit Sie die richtige Entscheidung für Ihre Sicherheit treffen können.
Bevor wir in die Hardware einsteigen, ist das Verständnis der Übertragungstechnik essenziell. Wenn das lokale WLAN fehlt, muss die Kamera das Internet über eine SIM-Karte erreichen, ähnlich wie Ihr Smartphone. Das bedeutet, dass Sie für den Standort zwingend einen Mobilfunkempfang (mindestens 4G/LTE, besser 5G) benötigen.
Ein entscheidender Faktor ist hierbei das Datenvolumen. Eine Kamera, die 24 Stunden am Tag einen Livestream sendet, würde gigantische Datenmengen verbrauchen. Daher setzen moderne professionelle Systeme auf "Event-basierte" Übertragung. Das bedeutet: Die Kamera überwacht lokal, und erst wenn die intelligente Software – etwa durch KI-gestützte Personenerkennung – ein relevantes Ereignis registriert, bekommen Sie eine Push-Nachricht und greifen dann live auf das Bild zu. Dies schont das Datenvolumen Ihrer SIM-Karte und Ihre Aufmerksamkeit.
Bevor Sie sich für eine Lösung entscheiden, müssen Sie die Stromversorgung klären. Sowohl die High-End 5G-Kamera als auch die Router-Kombination benötigen eine dauerhafte Stromquelle. Eine Router-Kamera-Kombination verbraucht kontinuierlich 10 bis 20 Watt. Das bedeutet:
Unsere ehrliche Einschätzung: Wenn an Ihrem Standort kein Stromanschluss verfügbar ist und Sie keine professionelle Solaranlage installieren können, sind die hier vorgestellten Lösungen nur eingeschränkt geeignet. Reine Akku-Kameras mit integrierter SIM-Karte sind für solche Szenarien die praktischere Alternative, auch wenn sie Kompromisse bei Bildqualität und Zuverlässigkeit mit sich bringen.
Für gewerbliche Anwendungen und anspruchsvolle Privatnutzer, die über einen Stromanschluss verfügen, bietet die Kombination aus einem hochwertigen IP-Kamerasystem und einem mobilen LTE/5G-Router maximale Flexibilität und Kontrolle über ihre Sicherheitstechnik.
Hierbei erwerben Sie einen handelsüblichen LTE-Router (bekannt als "GigaCube" oder industrielle Router von Marken wie Teltonika) und stecken dort die SIM-Karte ein. Der Router baut das Internet auf und stellt vor Ort ein lokales WLAN oder LAN-Ports zur Verfügung.
Sie sind in der Wahl der Kamera völlig frei und können ein System aufbauen, das exakt Ihren Anforderungen entspricht. Sie können beispielsweise die leistungsstarke LUPUS LE213 WLAN nutzen. Diese Kamera bietet 3 Megapixel Auflösung, KI-gestützte Personenerkennung und aktive Täteransprache per Sirene und Licht. Alternativ eignen sich auch kabelgebundene LAN-Kameras wie die LUPUS LE221, falls Sie eine stabilere Verbindung per Netzwerkkabel bevorzugen.
In diesem Video sehen Sie, wie die LE213 Alarmkamera einen Einbrecher erkennt, der unbefugt das Grundstück betritt. Nachdem der Täter über das Tor geklettert ist, können Sie beobachten, wie die Kamera automatisch reagiert:
Intelligente Verfolgung: Sie verfolgt jede seiner Bewegungen präzise.
Aktive Abschreckung: Das Weißlicht wird aktiviert, um den Bereich auszuleuchten.
Direkte Ansprache: Die automatische Täteransprache startet sofort.
Wie Sie im Video sehen, ergreift der Einbrecher daraufhin umgehend die Flucht.
Um Ihnen den Einstieg in die professionelle Mobilfunk-Überwachung zu erleichtern, empfehlen wir die Kombination aus einem industrietauglichen LTE-Router und unserer bewährten LUPUS LE213 WLAN. Diese Lösung bietet Ihnen professionelle Sicherheitstechnik zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Was Sie benötigen:
Für eine persönliche Beratung zur optimalen Systemkonfiguration für Ihr Projekt kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular.
So sieht der Aufbau aus:
Diese Lösung ist modular. Geht der Router kaputt, tauschen Sie nur den Router. Wollen Sie später doch Festnetz-Internet in das Gebäude legen, können Sie die Kamera einfach weiterverwenden und ins neue Netzwerk integrieren. Zudem lassen sich so auch weitere Komponenten, wie etwa eine XT2 Plus Alarmzentrale, über denselben Router mobil anbinden.
Für Anwendungen, bei denen Ausfallsicherheit absolute Priorität hat – etwa Baustellensicherung mit hohen Sachwerten, kritische Infrastrukturen oder Industriegelände – bietet sich eine integrierte 5G-Kamera an. Diese Geräte benötigen lediglich eine Stromquelle und eine aktive SIM-Karte. Sie sind sofort einsatzbereit und minimieren Fehlerquellen, da keine externe Verkabelung zu einem Router nötig ist.
Für solche gewerblichen Anwendungen und kritische Infrastrukturen hat LUPUS Electronics die LE250 5G entwickelt. Im Gegensatz zu einfachen Consumer-Modellen, die oft nur über wackelige 4G-Verbindungen verfügen, nutzt dieses Modell den neusten 5G-Standard mit einem automatischen Fallback auf 4G, falls das 5G-Netz kurzzeitig nicht verfügbar sein sollte.
Viele günstige Modelle auf dem Markt arbeiten mit Cloud-Zwang. Das bedeutet, das Bild Ihrer Überwachungskamera wandert erst auf einen Server in Übersee, bevor es auf Ihrem Handy landet. Gerade bei sensiblen Bereichen ist das datenschutzrechtlich bedenklich. Die LE250 5G hingegen ist "VPN ready" (OpenVPN). Sie können also eine gesicherte Direktverbindung in Ihr Firmennetzwerk oder zu Ihrem Endgerät aufbauen – ganz ohne Cloud-Zwang.
Zudem bietet diese Hardwareklasse Funktionen, die weit über das reine "Sehen" hinausgehen:
Diese Lösung ist mit einem UVP von 2999,- Euro eine Investition für professionelle Anwendungen, bei denen Werte geschützt werden müssen und Ausfallsicherheit oberste Priorität hat. Die LE250 5G ist eine spezialisierte Industrielösung, die nicht im regulären Online-Shop verfügbar ist. Interessenten für diese projektspezifisch konfigurierbare Kamera wenden sich bitte direkt über unser Kontaktformular an den LUPUS-Service.
Lassen Sie sich für Ihr Projekt individuell von unseren Spezialisten beraten, telefonisch unter +49 (0) 6341 93 553 - 0.
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Consumer-Kameras mit integrierter SIM-Karte und Akkubetrieb im Preissegment von 150 bis 300 Euro. Diese Geräte haben ihre Berechtigung für einfache Überwachungsaufgaben und Standorte ohne Stromversorgung. Allerdings sollten Sie die Unterschiede kennen:
Unsere Empfehlung: Für gelegentliche Überwachung eines Gartenhäuschens oder einer Wiese ohne Stromanschluss kann eine Consumer-Kamera ausreichen. Für gewerbliche Anwendungen, Ferienhäuser mit Werten oder landwirtschaftliche Betriebe mit Tieren empfehlen wir jedoch die professionelle Router-Lösung oder bei höchsten Anforderungen die LE250 5G.
Der Betrieb über das Mobilfunknetz hat seine Tücken. Werden diese bei der Planung beachtet, läuft das System jahrelang wartungsfrei.
Verzichten Sie auf Prepaid-Karten, die manuell aufgeladen werden müssen. Wenn das Guthaben mitten in der Nacht leer ist, sind Sie blind. Ein Vertrag mit monatlichem Datenvolumen ist ratsamer. Für eine reine Ereignisüberwachung (Push bei Alarm, kurzes Reinschauen) reichen oft 5 bis 10 GB im Monat. Wollen Sie jedoch dauerhaft aufzeichnen oder häufig streamen, sollten Sie Tarife mit "Unlimited Data" in Betracht ziehen.
Ein klassischer Anfängerfehler: Die SIM-Karte kommt frisch vom Provider und hat noch die Standard-PIN aktiviert. Legen Sie die Karte zuerst in ein Smartphone ein und deaktivieren Sie die PIN-Abfrage in den Einstellungen. Kameras und viele Router können sich oft nicht einwählen, wenn die SIM-Karte durch eine PIN gesperrt ist.
Nur weil Ihr Handy am Standort Empfang hat, heißt das nicht, dass er stabil genug für Videoübertragung ist (Upload-Geschwindigkeit ist hier wichtiger als Download!). Testen Sie an der Montageposition den Upload-Speed (z. B. mit der App "Speedtest"). Montieren Sie den Router oder die 5G-Kamera so hoch wie möglich, um Hindernisse zu vermeiden.
Rechnen Sie ehrlich: Eine Router-Kamera-Kombination verbraucht kontinuierlich 10-20 Watt. Das sind 240-480 Wattstunden pro Tag oder 7,2-14,4 kWh pro Monat. Wenn Sie auf Solar setzen, benötigen Sie im Winter mindestens ein 100-Watt-Panel mit einer 100-Ah-Batteriebank, um durchgängigen Betrieb zu gewährleisten. Planen Sie lieber großzügig, denn wenige Sonnenstunden und hoher Verbrauch sind im Winter eine kritische Kombination.
Da die Router-Lösung für viele Anwender die zugänglichste ist, hier eine kurze Anleitung zur Inbetriebnahme:
Sollten Sie bei der Einrichtung Hilfe benötigen, finden Sie in unserem FAQ & Hilfe-Bereich detaillierte Handbücher oder können uns direkt kontaktieren.
Das Fehlen von WLAN ist im Jahr 2026 kein Hindernis mehr für professionelle Sicherheit – vorausgesetzt, Sie haben einen Stromanschluss vor Ort oder sind bereit, in eine leistungsfähige Solaranlage zu investieren. Ob Sie sich für die High-End-Variante mit der LUPUS LE250 5G für kritische Industrieanwendungen entscheiden oder für die flexible Router-Lösung mit einer LUPUS LE213 für Ihr Ferienhaus oder Ihren landwirtschaftlichen Betrieb: Die Technik ist ausgereift und zuverlässig.
Wichtig ist, dass Sie auf Qualität setzen und realistisch planen. Eine Verbindung über das Mobilfunknetz erfordert stabile Hardware, intelligente Datenkomprimierung (wie H.265 bei LUPUS) und vor allem eine zuverlässige Stromversorgung. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten Sie ein System, das in Sachen Datenschutz, Zuverlässigkeit und Bildqualität Consumer-Lösungen deutlich überlegen ist.
Für eine persönliche Beratung zu Ihrer spezifischen Situation kontaktieren Sie uns gerne. Wir helfen Ihnen dabei, die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden – ehrlich, kompetent und ohne Ihnen ein System zu verkaufen, das für Ihre Anwendung nicht passt.
Besuchen Sie unseren Shop für Alarm & Smarthome, um sich inspirieren zu lassen, wie Sie Kameras auch mobil mit Rauchmeldern oder Wassersensoren kombinieren können, um Ihre abgelegene Immobilie ganzheitlich zu schützen.
Kann ich eine Überwachungskamera ohne Internet und WLAN nutzen?
Ja, aber nur für die lokale Aufzeichnung auf eine SD-Karte. Wenn Sie jedoch eine Live-Übertragung auf das Handy wünschen, ist eine Internetverbindung zwingend notwendig. Ohne WLAN vor Ort muss diese Verbindung über das Mobilfunknetz (4G/5G) mittels SIM-Karte hergestellt werden.
Wie viel Datenvolumen verbraucht eine Überwachungskamera mit SIM-Karte?
Das hängt stark von der Nutzung ab. Im Leerlauf verbraucht die Kamera fast nichts. Ein Live-Stream in HD-Qualität kann jedoch ca. 2 bis 5 MB pro Minute verbrauchen, abhängig von Bewegung im Bild und der verwendeten Komprimierung (H.265 reduziert den Verbrauch deutlich). Bei reiner Alarm-Übermittlung (Push-Nachricht bei Bewegung) reichen oft Tarife mit 5–10 GB im Monat aus. Für dauerhaftes Streaming sind Flatrates (Unlimited) nötig.
Ist eine 5G-Kamera besser als eine LTE-Kamera?
5G bietet geringere Latenzzeiten (Verzögerung) und stabilere Verbindungen bei hoher Netzauslastung. Geräte wie die LUPUS LE250 5G profitieren davon durch extrem schnelle Bildübertragung. Für normale Überwachungszwecke ist 4G/LTE jedoch oft noch ausreichend.
Was passiert bei Stromausfall?
Die meisten Überwachungskameras benötigen Strom aus der Steckdose oder einem Netzteil. Fällt der Strom aus, ist die Kamera aus – es sei denn, sie ist an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) oder eine große Batterie (bei Solarbetrieb) angeschlossen. Integrierte Alarmanlagen wie die LUPUS XT-Serie verfügen über interne Notstromakkus.
Funktioniert eine Router-Kamera-Kombination auch ohne Stromanschluss?
Technisch ja, praktisch nur sehr eingeschränkt. Eine Router-Kamera-Kombination verbraucht kontinuierlich 10-20 Watt (240-480 Wh pro Tag). Für 24/7-Betrieb ohne Netzanschluss benötigen Sie eine leistungsfähige Solaranlage (mindestens 100W Panel) mit einer großen Batteriebank (mindestens 100 Ah). In den sonnenarmen Wintermonaten wird selbst das kritisch. Für Standorte ohne Stromversorgung sind Akku-Kameras mit SIM-Karte die praktischere, wenn auch weniger leistungsfähige Alternative.
Warum keine günstige Consumer-Kamera mit SIM-Karte?
Consumer-Kameras haben ihre Berechtigung für einfache Anwendungen. Die meisten funktionieren jedoch nur über Cloud-Server in Drittländern, haben begrenzte Akkulaufzeit und niedrigere Bildqualität. Für gewerbliche Anwendungen oder wenn Ihnen Datenschutz wichtig ist, empfehlen wir professionelle Lösungen. Diese sind in der Anschaffung teurer, bieten aber deutlich mehr Zuverlässigkeit, Sicherheit und Langlebigkeit.