Das Wichtigste in Kürze
Grundlagen
Was ein Feuerwehr-Anzeigetableau im Einsatz leistet
Wenn ein Löschzug an einem Objekt eintrifft, entscheidet sich in den ersten Minuten, ob die Erkundung schnell oder mühsam wird. Ein Gebäude mit dreißig Meldern auf vier Etagen sagt von außen nichts darüber, wo etwas passiert ist. Genau diese Lücke schließt das Feuerwehr-Anzeigetableau, kurz FAT: Es sitzt am Zugang, an dem die Feuerwehr das Objekt betritt, und zeigt im Klartext, welcher Melder ausgelöst hat und in welchem Bereich er liegt.
Der Nutzen ist nicht die Anzeige an sich, sondern die gesparte Zeit. Ohne Tableau beginnt der Trupp mit einer Suche und arbeitet sich Etage für Etage vor. Mit Tableau steht der Bereich fest, bevor der erste Trupp das Gebäude betritt. Bei einer Fehlauslösung entscheidet dieselbe Information darüber, ob eine Handvoll Einsatzkräfte zwanzig Minuten oder zwei Stunden gebunden ist.
Neben ausgelösten Meldern gehören zwei weitere Informationen auf ein solches Tableau: Störungen und Abschaltungen. Ein abgeschalteter Melderbereich, etwa wegen Bauarbeiten, ist eine sicherheitsrelevante Information für die Erkundung. Sie muss sichtbar sein, ohne dass jemand ein Betriebsbuch aufschlagen muss.
Normen
DIN 14662 und die Abgrenzung zum Feuerwehr-Bedienfeld
In der Feuerwehrperipherie einer Brandmeldeanlage arbeiten mehrere genormte Geräte nebeneinander. Zwei davon werden regelmäßig verwechselt, weil sie meist direkt nebeneinander montiert sind und optisch ähnlich wirken.
| Gerät | Norm | Aufgabe |
|---|---|---|
| Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT) | DIN 14662 | Anzeigen: welcher Melder oder welche Gruppe hat ausgelöst, welche Störungen und Abschaltungen liegen an |
| Feuerwehr-Bedienfeld (FBF) | DIN 14661 | Bedienen: einheitliche Bedienelemente für die Feuerwehr an der Brandmelderzentrale |
Beide Normen beschreiben Geräte für den Anschluss an Brandmelderzentralen von Brandmeldeanlagen nach DIN 14675-1, die über eine Übertragungseinrichtung automatisch die Feuerwehr alarmieren. Sie legen die Anforderungen sowie Grundsätze für Prüfung und Kennzeichnung fest. Der Sinn dahinter ist Einheitlichkeit: Eine Einsatzkraft soll in einem fremden Objekt dieselbe Bedienlogik vorfinden wie im eigenen Ausrückebereich, ohne Einweisung, ohne Handbuch.
Das Gerät
Das 10 Zoll PoE Feuerwehr-Anzeigetableau von LUPUS
LUPUS setzt die Aufgabe des Anzeigetableaus mit einem festinstallierten 10 Zoll Display um, das an die LUPUS Cloud angebunden ist. Es ergänzt die LUPUS Brandwarnanlage um die Vor-Ort-Anzeige, die eine klassische Anlage über ihre Brandmeldezentrale liefert. Der Funktionsumfang deckt die vier Aufgaben ab, auf die es im Einsatz ankommt.
Ausgelöste Melder mit Standort
Das Tableau zeigt, welcher Brandmelder ausgelöst hat, samt Standortangabe aus der Cloud-Struktur des Objekts.
Störungen und Abschaltungen
Auch der Zustand der Anlage selbst wird dargestellt, damit abgeschaltete Bereiche bei der Erkundung nicht übersehen werden.
Quittieren und Rücksetzen
Meldungen lassen sich direkt am Gerät quittieren und zurücksetzen, ohne Umweg über ein anderes Bediengerät.
Voller Cloud-Funktionsumfang
Am Tableau stehen alle Funktionen der LUPUS Cloud App zur Verfügung, nicht nur eine reduzierte Anzeigeansicht.

Anzeige vor Ort
10 Zoll PoE Feuerwehr-Anzeigetableau
halle, Technikraum Details →

Branderkennung
LUPUS Mobilfunkrauchmelder
die das Tableau zeigt Details →
Technische Daten im Überblick
| Display | 10 Zoll, 1280 x 800 Pixel, 500 nits |
| Stromversorgung | Power over Ethernet oder 12 Volt Netzteil, im Lieferumfang enthalten |
| Maße und Gewicht | 258,1 x 175,8 x 26,7 mm, 0,350 kg |
| Betriebssystem | Android 13 embedded, Fremd-Apps über den Google Play Store möglich, Kompatibilität nicht garantiert |
| Rechenleistung | Rockchip 3588 ARM-CPU, 8 Kerne, 2 GHz, LPDDR4X |
| Speicher | 8 GB RAM, 64 GB ROM |
| Artikelnummer | 11121 |
Zusammenspiel
Anzeige vor Ort und Alarmierung nach außen
Ein Anzeigetableau ist die eine Hälfte der Antwort, die Alarmierung nach außen die andere. Beim LUPUS-System laufen beide über dieselbe Quelle: Die Melder senden über NB-IoT an die LUPUS Cloud, und von dort geht die Meldung parallel an das Tableau im Gebäude und an die Empfänger außerhalb, per App-Push, E-Mail, Notrufleitstelle oder an Gruppenbenachrichtigungssysteme wie Alamos, Divera 24/7 und GroupAlarm. Wie diese Kette im Detail arbeitet, beschreibt der Ratgeber zur Feuerwehr-Alarmierung per App.
Für ein Objekt heißt das: Die anrückende Wehr weiß schon auf der Anfahrt, dass es sich um einen Brandalarm handelt, und sieht am Tableau in der Eingangssituation, wo genau. In Objekten, die den ganzen Tag über unbesetzt sind, ersetzt diese Kombination das, was sonst nur eine deutlich aufwendigere Anlage leistet. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt der Beitrag zum Brandschutz im Feuerwehrgerätehaus.
FAQ
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Feuerwehr-Anzeigetableau?
Ein Feuerwehr-Anzeigetableau, kurz FAT, ist ein Anzeigegerät für die Feuerwehr am Objekt. Es zeigt an, welcher Brandmelder oder welche Meldergruppe ausgelöst hat, wo sich der Melder befindet und welche Störungen oder Abschaltungen anliegen. Die Anforderungen daran sowie Grundsätze für Prüfung und Kennzeichnung regelt DIN 14662.
Was ist der Unterschied zwischen FAT und FBF?
Das Feuerwehr-Anzeigetableau nach DIN 14662 zeigt Informationen an, das Feuerwehr-Bedienfeld nach DIN 14661 dient dem Bedienen der Anlage durch die Feuerwehr. Beide Geräte gehören zur Feuerwehrperipherie einer Brandmeldeanlage und sind in der Praxis meist unmittelbar nebeneinander montiert, oft ergänzt um weitere genormte Elemente am Zugang.
Wo wird das Anzeigetableau montiert?
Am Zugang, über den die Feuerwehr das Objekt im Einsatzfall betritt, in der Regel in unmittelbarer Nähe zur Brandmelderzentrale und zum Feuerwehr-Bedienfeld. Der genaue Ort wird mit der zuständigen Brandschutzdienststelle abgestimmt, denn er ist Teil des Konzepts für den Feuerwehrzugang und muss zur Erkundungsstrategie der örtlichen Wehr passen.
Welche Norm gilt für das Feuerwehr-Anzeigetableau?
DIN 14662. Sie enthält die Anforderungen an Feuerwehr-Anzeigetableaus für Brandmeldeanlagen sowie Grundsätze für Prüfung und Kennzeichnung. Die überarbeitete Fassung wurde im Februar 2023 veröffentlicht, gemeinsam mit den ebenfalls überarbeiteten Normen für Feuerwehr-Bedienfeld und Feuerwehr-Laufkartendepot.
Braucht das LUPUS-Tableau eine eigene Stromversorgung?
Nicht zwingend. Das Gerät lässt sich über Power over Ethernet versorgen, sodass ein Netzwerkkabel für Strom und Datenverbindung genügt. Alternativ steht ein 12 Volt Netzteil zur Verfügung, das im Lieferumfang enthalten ist.
Lässt sich das Tableau auch ohne Brandmeldeanlage nutzen?
Ja. Im LUPUS-System ist es Bestandteil der Brandwarnanlage und bezieht seine Informationen aus der LUPUS Cloud, nicht aus einer Brandmeldezentrale. Wo das Baurecht eine Brandmeldeanlage nach DIN 14675 mit der zugehörigen genormten Feuerwehrperipherie fordert, bleibt diese Anforderung davon unberührt und ist im Brandschutzkonzept zu klären.
Fazit
Fazit
Das Feuerwehr-Anzeigetableau ist ein kleines Gerät mit großem Zeitgewinn. Es beantwortet die Frage, mit der jede Erkundung beginnt, und sorgt dafür, dass ein Trupp nicht sucht, sondern geht. DIN 14662 sorgt dabei für die Einheitlichkeit, auf die sich Einsatzkräfte auch in fremden Objekten verlassen können, und grenzt das Anzeigen sauber vom Bedienen ab, das im Feuerwehr-Bedienfeld nach DIN 14661 stattfindet. Das 10 Zoll PoE Tableau von LUPUS überträgt diese Aufgabe in die Brandwarnanlage: ausgelöste Melder mit Standort, Störungen und Abschaltungen, Quittierung und Rücksetzung, versorgt über ein einziges Netzwerkkabel. Entscheidend bleibt am Ende ein organisatorischer Punkt: Montageort und Beschriftung gehören mit der örtlichen Feuerwehr abgestimmt, nicht am Schreibtisch entschieden.