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Einbruchschutz fürs Haus: Alarmanlagen richtig einbauen und nachrüsten

 

Sie möchten Ihr Haus vor Einbrechern schützen und überlegen, eine Alarmanlage einzubauen? In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Einbruchschutz-Maßnahmen wirklich wirken, was der Einbau kostet und wie Sie Ihre Haussicherheitstechnik Schritt für Schritt nachrüsten.

Das Wichtigste auf einen Blick

AspektDetails
Erfolgsquote Einbruchschutz Über 45% aller Einbrüche werden abgebrochen, wenn Sicherheitstechnik vorhanden ist
Kosten Alarmanlage Einfamilienhaus 200–500 € (Basis-Set) bis 2.000–5.000 € (Profi-System mit Montage)
Einbauzeit DIY 2–4 Stunden für ein Funk-Alarmanlagen-Set
Empfohlene Kombination Mechanischer Schutz + elektronische Alarmanlage
KfW-Förderung Bis zu 1.600 € Zuschuss für Einbruchschutz-Maßnahmen

Welche Arten von Einbruchschutz gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen mechanischem und elektronischem Einbruchschutz. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile und ergänzen sich optimal.

Mechanischer Einbruchschutz

Mechanische Sicherungen verzögern das Eindringen physisch. Sie sind die Basis jedes Einbruchschutzes:

MaßnahmeSchutzwirkungKosten ca.Einbau
Pilzkopfverriegelung (Fenster) Verhindert Aushebeln 100–300 € pro Fenster Fachmann empfohlen
Querriegelschloss (Tür) Sichert gesamte Türbreite 150–400 € Fachmann empfohlen
Sicherheitszylinder Schutz vor Aufbohren/Picking 50–150 € DIY möglich
Fenstergitter Physische Barriere 80–300 € pro Fenster Fachmann empfohlen
Türspion / Türkette Kontrolle vor Öffnung 20–80 € DIY möglich

Vorteil: Kein Strom nötig, keine Fehlalarme, robust und langlebig.

Nachteil: Alarmiert nicht, wenn jemand dennoch eindringt.

Elektronischer Einbruchschutz (Alarmanlagen)

Elektronische Systeme erkennen Einbruchsversuche und lösen Alarm aus:

KomponenteFunktionKosten ca.
Alarmzentrale Steuert alle Sensoren, löst Alarm aus 100–500 €
Tür-/Fensterkontakte Erkennen Öffnen von Fenstern/Türen 15–40 € pro Stück
Bewegungsmelder Erfassen Bewegung im Raum 30–80 € pro Stück
Außensirene Akustischer Alarm, Abschreckung 50–150 €
Überwachungskamera Aufzeichnung, Live-Überwachung 50–300 € pro Kamera
Smart-Home-Integration Steuerung per App, Push-Nachrichten Im System enthalten oder 50–100 €

Alarmanlage im Einfamilienhaus nachrüsten: Schritt-für-Schritt

Moderne Funk-Alarmanlagen lassen sich ohne Bohren und Kabelverlegen installieren. So gehen Sie vor:

Schritt 1: Schwachstellen analysieren

Prüfen Sie Ihr Haus auf typische Einbruchspunkte:

  • Haustür und Nebeneingänge
  • Terrassentür und Balkontür
  • Kellerfenster und -türen
  • Fenster im Erdgeschoss
  • Garage mit Verbindung zum Haus
  • Dachfenster (bei flachen Dächern oder Anbauten)

Schritt 2: System auswählen

Für ein typisches Einfamilienhaus empfehlen wir:

HausgrößeEmpfohlenes SystemKomponenten
Kleine Wohnung (bis 80 m²) Basis-Set Zentrale, 3–4 Tür-/Fensterkontakte, 1 Bewegungsmelder
Einfamilienhaus (80–150 m²) Mittelklasse-Set Zentrale, 6–8 Kontakte, 2–3 Bewegungsmelder, Sirene, 1 Kamera
Großes Haus (über 150 m²) Profi-System Zentrale, 10+ Kontakte, 4+ Bewegungsmelder, Sirene innen/außen, 2+ Kameras, Aufschaltung

Schritt 3: Installation durchführen

  1. Alarmzentrale positionieren: Zentraler Ort im Haus, geschützt vor direktem Zugriff von außen, in Steckdosennähe
  2. Tür- und Fensterkontakte anbringen: Auf Rahmen und Flügel kleben, Abstand laut Anleitung beachten (meist max. 10 mm)
  3. Bewegungsmelder montieren: In 2–2,5 m Höhe, Ecken von Räumen, nicht auf Wärmequellen gerichtet
  4. Sirene installieren: Außensirene in 3–4 m Höhe, gut sichtbar aber schwer erreichbar
  5. System einlernen: Alle Komponenten mit der Zentrale verbinden (Anleitung beachten)
  6. App einrichten: Smartphone verbinden, Push-Nachrichten aktivieren
  7. Testlauf durchführen: Alle Sensoren einzeln prüfen, Alarmfunktion testen

Schritt 4: Aufschaltung auf Sicherheitsdienst (optional)

Für maximale Sicherheit können Sie Ihre Alarmanlage auf einen Wachdienst aufschalten lassen. Bei Alarm wird automatisch der Sicherheitsdienst informiert, der die Situation prüft und ggf. Polizei oder Nachbarn verständigt.

Kosten: 15–40 € monatlich, je nach Anbieter und Leistungsumfang.

Einbruchschutz Kamera: Was ist erlaubt?

Überwachungskameras sind ein wirksamer Einbruchschutz, unterliegen aber rechtlichen Regeln:

ErlaubtNicht erlaubt
Eigenes Grundstück filmen Öffentliche Wege und Straßen filmen
Eigene Hauswand und Eingang Nachbargrundstücke erfassen
Sichtbare Kamera mit Hinweisschild Heimliche Überwachung von Besuchern
Aufnahmen bei konkretem Anlass speichern Dauerhafte Speicherung ohne Grund

Tipp: Richten Sie Kameras so aus, dass nur Ihr Grundstück erfasst wird. Viele Kameras bieten Privatsphäre-Zonen, mit denen Sie Bereiche schwärzen können.

Sicherheit zu Hause: Polizei-Empfehlungen

Die polizeiliche Beratungsstelle empfiehlt folgende Maßnahmen für wirksamen Einbruchschutz:

  1. Mechanik vor Elektronik: Erst mechanische Sicherungen, dann Alarmanlage
  2. Zertifizierte Produkte: Auf DIN-Normen und VdS-Zertifizierung achten
  3. Schwachstellen-Analyse: Kostenlose Beratung bei der örtlichen Polizeidienststelle nutzen
  4. Nachbarschaftshilfe: Aufmerksame Nachbarn sind der beste Schutz
  5. Anwesenheit simulieren: Zeitschaltuhren für Licht, Rollläden automatisieren

Kostenlose Beratung: Jede Polizeidienststelle bietet kostenlose Einbruchschutz-Beratung an. Termine können Sie telefonisch oder online vereinbaren.

Häufige Fehler beim Einbruchschutz vermeiden

  • Fenster gekippt lassen: Gekippte Fenster sind offene Fenster – in Sekunden zu öffnen
  • Schlüssel verstecken: Unter Fußmatte, Blumentopf oder Stein – Einbrecher kennen alle Verstecke
  • Urlaub in Social Media posten: Gibt Einbrechern freie Bahn
  • Leitern und Aufstiegshilfen: Gartenmöbel, Mülltonnen, Leitern immer wegschließen
  • Schlüsselverlust ignorieren: Bei verlorenem Schlüssel sofort Zylinder wechseln
  • Nur elektronisch sichern: Ohne mechanischen Schutz nützt die beste Alarmanlage wenig

Kosten für Einbruchschutz im Überblick

MaßnahmeKosten (Material)Kosten (mit Einbau)KfW-förderfähig
Funk-Alarmanlage Basis-Set 200–400 € 400–800 € Ja
Alarmanlage Einfamilienhaus komplett 500–1.500 € 1.500–4.000 € Ja
Einbruchhemmende Haustür (RC2) 1.500–3.500 € 2.500–5.000 € Ja
Fenstersicherung nachrüsten (pro Fenster) 80–200 € 150–350 € Ja
Querriegelschloss Haustür 150–400 € 300–600 € Ja
Überwachungskamera-Set (4 Kameras) 200–800 € 500–1.500 € Ja

Förderung für Einbruchschutz: KfW-Zuschuss beantragen

Die KfW fördert Einbruchschutz-Maßnahmen mit Zuschüssen:

  • Förderprogramm 455-E: Bis zu 1.600 € Zuschuss für Einbruchschutz
  • Mindestinvestition: 500 € (förderfähige Kosten)
  • Förderhöhe: 20% der förderfähigen Kosten
  • Voraussetzung: Antrag VOR Beginn der Maßnahme stellen

Förderfähig sind: Einbruchhemmende Türen und Fenster, Nachrüstsysteme, Alarmanlagen, Gegensprechanlagen, Beleuchtung mit Bewegungsmeldern, Smart-Home-Systeme mit Einbruchschutzfunktion.

Fazit: Die richtige Strategie für Ihren Einbruchschutz

Effektiver Einbruchschutz kombiniert mechanische Sicherungen mit elektronischer Überwachung. Beginnen Sie mit den größten Schwachstellen – meist Terrassentür und Fenster im Erdgeschoss. Eine Basis-Alarmanlage lässt sich in wenigen Stunden selbst installieren und bietet bereits guten Schutz. Für maximale Sicherheit empfiehlt sich die Aufschaltung auf einen Sicherheitsdienst.

Unsere Empfehlung für Einsteiger: Starten Sie mit einem Funk-Alarmanlagen-Set mit Tür-/Fensterkontakten für alle Zugänge im Erdgeschoss. Ergänzen Sie mechanische Sicherungen an der Haustür und rüsten Sie schrittweise nach.

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